Handwerk
Innungen im Ruhrgebiet starten gemeinsame Ausbildungsoffensive
14 Innungen bündeln ihre Nachwuchswerbung und öffnen Werkstätten für Schulklassen. Betriebe können Plätze in einem gemeinsamen Kalender melden.
14 Innungen zwischen Duisburg und Dortmund haben sich zu einem Verbund für Nachwuchswerbung zusammengeschlossen. Statt einzelner Aktionen gibt es künftig einen gemeinsamen Kalender mit Werkstattbesuchen, in den Betriebe eigene Termine eintragen. Schulen buchen daraus feste Slots für ganze Klassen.
Der Hintergrund ist bekannt: In mehreren Gewerken bleiben Lehrstellen unbesetzt, besonders in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie im Metallbau. Zugleich brechen zu viele Auszubildende im ersten Jahr ab, weil sie den Arbeitsalltag vorher nicht kannten.
Was Betriebe beitragen können
- halbe Werkstatttage für Klassen der Jahrgangsstufen 8 bis 10 anbieten
- zwei Praktikumsplätze pro Halbjahr melden, damit Schulen verlässlich planen
- einen Auszubildenden als Ansprechpartner benennen, der die Führungen übernimmt
Betriebe, die bereits mitmachen, berichten von einem einfachen Zusammenhang: Wer Jugendliche im Betrieb hatte, bekommt Bewerbungen von Personen, die wissen, was auf sie zukommt. Die Abbruchquote sinkt dadurch messbar, auch wenn die Zahl der Bewerbungen insgesamt nicht steigt.
- Region
- Ruhrgebiet
- Ort der Recherche
- Essen
- Veröffentlicht
- 10. September 2026
Über den Autor

Jörg Timmermann
Redakteur Handwerk und Industrie
Jörg Timmermann hat Industriemechaniker gelernt und zehn Jahre in der Instandhaltung eines Duisburger Walzwerks gearbeitet, bevor er 2011 in den Journalismus wechselte. Diese Praxis prägt seine Berichterstattung: Er beschreibt Fertigungsprozesse so, dass Meister und Betriebsleiter die Angaben nachrechnen können.
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